Walter Eul

Mediale Arbeiten

Von der Malerei zu medialen Arbeiten

Ende der 90er Jahre trat ich als selbsternannter Weltbürgermeister auf. Dabei hielt ich Reden und zeigte Bilder - die in Anlehnung an Moritatensänger - das gesagte in absurder Weise verbildlichen sollten.

Um von der frontalen Bespielung des Publikums zu mehr Interaktion mit dem Kunstpublikum zu gelangen, fing ich an Computerprogramme zu schreiben, mit denen interaktiv Bilder generiert werden konnten.

Ich begann mich für den programmierten gesteuerten Zufall zu interessieren. Ein Bild sollte keine endgültige Setzung mehr sein, sondern vielmehr - durch eine stetige Änderung und Selbstauslöschung anregen über das Wesen der Malerei zu reflektieren.

Die Bilder wurden zu generierten Endlos-Animationen die keinen Anfang und kein Ende hatten.

Ich begann mich nach alternativen Quellen zur Bildsteuerung umzusehen - verwendete Anfangs z.B. die google-Suchmaschine um die Generierung der Bilder automatisiert an Begrifflichkeiten koppeln zu können und experimentierte mit verschiedenen Benutzerinterfaces zur Steuerung der Programme.

Die hierbei entstanden Arbeiten waren zu dieser Zeit nicht kunstmarktkompatibel und um unabhängig zu bleiben, fing ich an in der Werbung als Programmierer zu arbeiten.

Die scheinbar endlosen Möglichkeiten zur Erzeugung von Bildern hatten mich von der physischen Malerei vorerst abgekoppelt...